Ab Palma de Mallorca – Ajaccio/Korsika – Civitavecchia/Rom
– Neapel – Messina/Sizilien – Valletta/Malta – Palermo/Sizilien
Cagliari/Sardinien – An: Palma de Mallorca
Ich freue mich auf den Juni und die AIDA-Kulturreise im westlichen Mittelmeer, denn hier trafen die Kulturen des Abend- und des Morgenlandes aufeinander nach dem Motto phönizische Buchstaben an römischen Tempeln.
Wir werden – falls Sie dabei sind und zu meinen Vorträgen kommen – uns auf eine regelrechte Zeitreise begeben und all das entdecken, was sich an Alltagsgeschichten von Elend, Macht und Missgunst in römischen Ruinen oder in den überdekorierten Renaissance- und Barockkirchen.
Korsika
„Korsika – Felsen, Fehden und ein Franzosenkaiser“: so heißt es in meinem Vortrag an Bord.
Korsika vermarktet sich als Insel duftender Schönheit für Wanderer und Sonnenanbeter in bettenburgbefreiter Naturlandschaft. Steile Hochgebirgswände ragen aus dem dichten Blättermeer weiter Korkeichenwälder hervor.
Unverhofft kann man die Bekanntschaft mit halbwild herumstreifenden Hausschweinen machen oder man trifft sie als leckere Würste im nächsten Gasthof.
In der Nähe der wenigen Dörfer – manche völlig verlassen – wechselt die Landschaft mit alten, knorrigen Ölbäumen und winzigen Parzellen mit frischgrünen Weinreben.
Ajaccio, wie alle anderen Städte Korsikas im Mittelalter von der reichen Stadtrepublik Genua gegründet, blieb immer – trotz des Hauptstadttitels- eine kleine und recht überschaubare Provinzstadt.
Und überall begegnen Sie – aus Stein, Pappe oder Plastik – IHM, dem großen Sohn der Stadt: Napoleon Bonaparte.
Rom
Rom wird heute die Ewige Stadt genannt, in römischer Zeit war sie die Stadt der Welt, capus mundi.
Seit über 2.700 Jahren wird an dieser Stelle gebaut, gestritten und geliebt und gestorben. Jede Zeit hat hier Spuren bis heute hinterlassen: das Rom der Kaiserzeit ist im Forum Romanum, im Kolosseum oder im Pantheon mit der höchsten Kuppel geradezu greif- und erfahrbar.
Vatikanstaat
Der Vatikanstaat mit seinen mächtigen Stadtmauern, den Museumspalästen, der Sixtinischen Kapelle und dem alles überragenden Petersdoms birgt jede Menge Geheimnisse, Überraschungen und Entsetzlichkeiten aus der Zeit der gold-, geld- und genussliebenden Renaissancepäpste und -kardinäle. Die meisten waren Sprösslinge der alteingesessenen Adelsfamilien und ließen zu jeder Zeit für ihre Familien prachtgeformte Paläste erbauen. Vor allem östlich der großen Tiberschleife findet sich ein who is who der Zeit um 1500.
Unbedingt sollte man in Rom das Dolce Vita von heute genießen, nämlich das farbenfrohe, vibrierende und laute Stadterlebnis zusammen mit einem Espresso aufzusaugen und wer unbedingt will, soll sich in Gottes Namen in das Gewimmel auf der Spanischen Treppe und erst recht an der Fontana di Trevi hineinstürzen! Unbedingt auf die Taschen achten!
Neapel
Nun geht es südwärts weiter nach Neapel. Bis zum 19.Jahrhundert war das Königreich Neapel spanisch, obwohl die Menschen und ihre Traditionen neapolitanisch verwurzelt blieben.
Mein Vortragstitel „Neapel: Faszinierendes über und Geheimnisvolles unter dem Pflaster“ führt direkt zum Außergewöhnlichen dieser wimmelnden Stadt: der vulkanische Untergrund Neapels ist seit römischen Zeiten durchlöchert wie ein Schweizer Käse und teilweise auch begehbar.
Die Natur hat ihre Gaben rings um den Golf von Neapel bis zur höchsten Verschwendung ausgeschüttet.
Die Amalfiküste mit den spektakulärsten Steilküsten Europas und die Caprifischer-Romantik stellt die Bucht von Neapel als ein grandioses Gesamtkunstwerk dar. Über allem thront der mächtige Vesuv, der Leben bringt und Leben nimmt. So zerstörte er einst das prachtvolle Pompeji und konservierte somit alte Lebenswirklichkeiten. Wir werden erkennen, dass die Römer vor 2000 Jahren einen Alltag zwischen Sünde, Genuss und Pflichtgefühl lebten wie wir heute.
Und dann die geschichtsträchtige Millionenstadt Neapel: ein brodelnder, betörend schöner und mitunter abstoßender Hexenkessel urbanen Lebens.
Die Fruchtbarkeit dieses Landstrichs führte dazu, dass viele Mächte dort das Sagen haben wollten. In der königlichen Residenzstadt Neapel wurden Festungen, Paläste und Kirchen errichtet, zerstört und wieder erbaut.
Im Gedränge der eng verschachtelten Altstadt gibt es viel zu entdecken und dabei schnuppert es nach Espresso, Pizza Margerita und ein bisschen Muff.
Malta
Mit dem Caprisonnenuntergangsblick geht es weiter in Richtung nordafrikanischer Küste zur ritterstarken Festungsinsel Malta.
Die ehemals grünbewaldete Kalksteininsel war als Trittstein zwischen Afrika und Europa seit alters her heiß umkämpft bis schließlich die geheimnisumwobenen Kreuzritter vom Johanniterorden der Insel ihren Stempel aufdrückten.
Und dafür steht die Festungsstadt Valletta, wie aus einem Guss im 16.Jahrhundert entstanden. Auf den ersten Blick wird man bei der Stadtsilhouette an eine kalksteinweiße Filmkulisse denken.
Europas kleinste Hauptstadt ist ein modern belebtes Freilichtmuseum alter Kreuzritterherrlichkeit mit prachtvollen Ordenspalästen, eindrucksvollen Bastionsmauern und einer dramatisch explodierenden Kirchentheatralik.
Seien Sie gespannt auf alles Unerwartete und Staunenswerte, denn Mauern können erzählen!
Palermo
Stärker noch als Malta stand die größere und vielfältigere Insel Sizilien bereits vor 3000 Jahren im Focus der Phönizier, es folgten Griechen, Römer, Araber, Byzantiner, Normannen und seit dem Hochmittelalter Franzosen, Spanier.
Jede der fremden Kriegerkasten hat ihre meist steinernen Spuren vor allem in Palermo hinterlassen.
Ein erster Bummel durch das altstädtische Gewirr von Gassen, Düften und Geräuschen lässt Erinnerungen an orientalische Bazare der Araberzeit wach werden.
Beeindruckend sind die machtvollen Paläste und geheimnisvollen Kirchen und Klöster aus der Normannen-Zeit, deren Mauern uns von damaligen Ängsten und Hoffnungen, aber auch von Intrigen, Machtgier und Grausamkeit „erzählen“.
Sardinien
Das letzte Reiseziel Sardinien ähnelt Korsika und lässt die kulturtouristischen Umdrehungszahlen etwas abschwächen.
Sardinien mit seiner verkarsteten Bergwelt und den karibikatmenden Stränden wurde schon vor fast viertausend Jahren von rivalisierenden Clans beherrscht, deren seltsam anmutende Stein- und Turmbauten von dieser archaischen Zeit zeugen.
Unvermittelt in der Landschaft auftauchende Mauerstreifen „erzählen“ von jahrhundertelanger Zwietracht zwischen Bauern und Hirten.
Und wenn das nicht schon genug an Ärger, Feindschaft und Kämpfen gewesen wäre, kamen erst die Römer, dann die Handelsmächte Genua und Pisa und schließlich für viele Jahrhunderte die Spanier auf die Insel, um rücksichtslos die schönen Wälder abzuholzen und die reichen Erzvorkommen zum eigenen Nutzen auszubeuten.




































