Ab: Warnemünde
– Kristiansand – Bergen – Vik – Eidfjord –
An: Warnemünde
„Norwegen – ganz großes Drama!“
Auf diese Norwegenreise freue ich mich ganz besonders, weil ich nach einer längeren Pause wieder einmal die dramatische Naturkulisse von sanften Hügeln bis zu lebensfeindlichen Schluchten bewundern, die saubere Luft inhalieren und mich an den satten Farben erfreuen kann.
Nur in wenigen Gegenden Europas prallen die Gegensätze zwischen wilder, unbezwingbarer Natur und menschlicher Zivilisation so dramatisch aufeinander wie in Norwegen. Die Norweger haben die herbe Unzulänglichkeit der zerklüfteten Küstenlandschaft durch gigantische Tunnelbauten, waghalsige Passstraßen und komplizierte Brückenkonstruktionen bezwungen.
Dank des weißen und schwarzen Goldes – Wasserkraft und Erdöl – hat das Land den höchsten Lebensstandard der Welt.
Bergen
Nach Kristiansund ist die alte Hansestadt Bergen im vielfältigen Fjordland Norwegens unser nächstes Ziel.
Bergen war im 13.Jahrhundert Mittelpunkt einer sich langsam stabilisierenden Königsmacht, die jedoch nach der großen Pest von der dänischen Krone abgelöst wurde. In Bergen und darüber hinaus bestimmte seitdem die Hanse das wirtschaftliche und politische Leben. Direkt an der inneren Bucht, dem Vägen, ließen die Lübecker Hansekaufleute nach der großen Pestkatastrophe um 1350 ein Geflecht von Gängen, Kontoren und Speicherräumen – alles aus Holz.
Lange Zeit später wurde endlich das typisch Norwegische zum Erklingen gebracht, und zwar vom berühmtesten Sohn dieser oft regenfeuchten Stadt Bergen: Edvard Grieg.
Der Sognefjord, Norwegens längster und tiefster Fjord, wurde vor allem wegen seiner geschützten Lage und dem milden Klima bereits vor 5000 Jahren besiedelt.
Wie zufällig ausgestreute bunte Würfel kleben an den Hängen die meist schon verlassenen Einödhöfe -oft nur über Leitern erreichbar- und erzählen vom harten Leben der Fjordbewohner.
Über schwindelerregende Passstraßen gelangt man in die verwunschene Welt der Trolle, die allgegenwärtig, doch stets unsichtbar sind.
Vik
Als die Menschen noch Odin und seinen göttlichen Verwandten vertrauten, sickerte um 1000 eine neue Idee ins Land: das Christentum. Der lange Weg vom alten Aberglauben zur neuen christlichen Hoffnung auf Wiederauferstehung spiegelt sich in den typisch norwegischen „Kathedralen aus Holz“ wider. Am Rande des Fjorddorfes Vik steht eine der ältesten Holzstabkirchen Norwegens mit geschnitzten Kreuzen und Drachenköpfen, die zur Sicherheit die bösen Dämonen abschrecken sollten.
Begünstigt durch das milde Klima der gigantischen „Warmwasserheizung“ des Golfstroms können sich die Menschen sowohl im Sogne- als auch im Hardngerfjord im Mai an einer überquellenden Blütenpracht der nördlichsten Obstbaumpflanzungen der Welt berauschen.
Im 13.Jahrhundert brachten englische Mönche neben dem Wort Gottes auch Handfestes in Form von kleinen Setzlingen unterschiedlicher Obstsorten mit. Seit achthundert Jahren ist im September Apfelernte. Mönch sei es gedankt!
Den hochprozentigen Apfelwein kann man vor Ort probieren, jedoch nur in Restaurants, Hotels oder in den staatlichen Verkaufsstellen, dem vinmonopolet.
Aber „Norwegen“ und „Hochprozentiges“ ist ein Thema für sich und voller Überraschungen, Merkwürdigkeiten und Skurrilitäten. Und das hebe ich mir für einen meiner Vorträge an Bord auf!
Nach dem Genuss des norwegischen Cidres könnte man fast die rauen Töne der Hardangerfidel hören.
Eidfjord
Von den eisigen Zeugen früher Erdzeitalter stürzen sprudelnde Wasserfälle zu Tal und über allem thront die Hardangervidda, eine urwüchsige, vom Eis geschliffene Fjell-Landschaft. Die Septembersonne beleuchtet die Hardangervidda auf eine besondere Weise. Hier oben erstrahlt ein weiter und vielfarbiger Teppich voller Beeren, der Mensch und Rentier gleichermaßen erfreut!
In Eidfjord überrascht ein sensationelles Museum über das Leben von Mensch und Tier auf dieser kargen Hochfläche.
Auf meinen Schlussvortrag an Bord
„Wikinger, Odin und das Kreuz“
freue ich mich jetzt schon!
Seien Sie gespannt!
Skandinavien ist die Heimat vieler Wikingerstämme, die als weitgereiste Kaufleute Handel trieben, als gnadenlose Kämpfer plündernd durch Europa zogen und Reiche gründeten. Sie glaubten an eine Götterwelt, die sich im ständigen Kampf zwischen Unsterblichkeit und Todessehnsucht bewegte. Hoffnung brachte schließlich die christliche Idee in die Welt und löste die alten Wikingerideale ab.

























