Ab: Las Palmas de Gran Canaria
– Madeira – Teneriffa – Fuerteventura – Lanzarote –
An: Las Palmas de Gran Canaria
Madeira
Als portugiesische Entdecker im 15.Jahrhundert ihr Glück auf dem Meer suchten, entdeckten sie mitten im Atlantik – rund 700 Kilometer westlich der marokkanischen Küste- plötzlich ein grünes Paradies aus dem Ozean auftauchen:
Madeira. Ständig frühlingshaft wehenden Winde sorgen hier für eine farbenfrohe, überquellende Flora. Hier kann das ganze Jahr geerntet werden!
Eine schützende Bucht auf der zur Sonne geneigten Inselseite war schnell gefunden, allein man musste sich durch wuchernden wild wachsenden Fenchel quälen, um an Land zu kommen. Der Name für die neue Kolonialstadt war gefunden: Funchal, heute das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Madeiras.
Und Besitz musste vor Piraten geschützt werden. Man hatte viel zu verlieren, deshalb wurden in Funchal strategisch verteilt gleich drei Festungen errichtet.
Sowohl die Kathedrale als auch die große Jesuitenkirche spiegeln den damaligen Reichtum wider, alle Wände sind voller vergoldeter Dekorationen in Form üppiger Weintrauben.
Ein Spaziergang durch die Altstadt offenbart neben den beiden großen Kirchenbauten charmante Gassen mit traditionellen Häusern und bunten Türen.
Als der Weinhandel im 18. und 19.Jahrhundert nach und nach in englische Hände gelangte wurde es auf Madeira „very british“.
Oberhalb von Funchal im Bergdorf Monte ließ sich die englische Oberschicht prachtvolle Landhäuser erbauen.
Und jeder Besitzer wetteiferte um die schönste und exotischste Parkanlage.
Heute sind einige zugänglich, so der Botanische Garten von Monte mit seiner tropischen Pflanzenwelt. Ich sage Ihnen, das ist ein wahrhaftiger Augenschmaus!
Die Fahrt mit der Seilbahn von Funchal nach Monte ist schon ein Erlebnis für sich und die Aussicht von dort oben ist spektakulär Für den Rückweg sollte man sich die etwas kostspielige, aber dafür spaßbringende Fahrt mit den traditionellen Korbschlitten gönnen.
Teneriffa
Auf Teneriffa, die Insel der Vielfalt, findet man praktisch alle Klimazonen der Erde, nur eben auf kleinstem Raum. Im Süden herrschen trockene Hitze, Kakteen und Wüstenlandschaften mit Sonnengarantie vor. Und der Norden zeichnet sich durch nebligfeuchte Lorbeerwälder und saftiggrüne Terrassenhänge aus. Hier könnten Wolljacke und Regenschirm sinnvoll sein. Und dann wäre da noch das „Alpenpanorama“ rings um den alten Vulkan Teide, mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens.
Im Gebirge wächst die Kanarische Kiefer, mit ihren überlangen Nadeln durchkämmt sie die Nebenschwaden, so dass die kondensierte Luft als stetige Tropfenbewässerung das Grundwasser auffüllt.
Im 15.Jahrhundert kamen die Europäer mit scharfen Schwertern, glänzenden Rüstungen und der unbändigen Lust, neues Land zu erobern.
Die Ureinwohner wurden besiegt, versklavt oder mit eingeschleppten Krankheiten hinweggefegt.
Mit Zuckerrohr- und Weinanbau wurden die spanischen Konquistadoren reich und weckten somit Begehrlichkeiten, so dass sie wegen der ständigen Piratenüberfälle zahlreiche Festungsbauten errichten ließen.
Zur Beherrschung der Insel wurden planmäßig angelegte Kolonialstädte gegründet wie Santa Cruz als Hafenstadt und einige Kilometer im geschützten Landesinneren die erste Hauptstadt La Laguna.
Das UNESCO-Weltkulturerbeprädikat wurde verliehen, weil die Stadt ihre alte koloniale Struktur bis heute erhalten hat.
Die alten Stadtpaläste wirken nach außen eher abweisend, innen öffnet sich ein repräsentativer heller Innenhof mit einem eigenen Hausbrunnen und vielen Fenstern, die die erfrischenden Winde des Nordostpassats als natürliche Klimaanlage in die Räume strömen lassen.
Seien Sie gespannt auf eine Insel, die neben spanischer Konquistadorenherrlichkeit jede Menge botanischer Besonderheiten bietet. Schon Alexander von Humboldt schwärmte von der Artenvielfalt der Flora Teneriffas.
Fuerteventura
Der Wind, der die Insel ständig begleitet, scheint die Fäden in der Hand zu halten: Er formt die Dünen, treibt die Surfer über die Wellen und hinterlässt selbst im Gestein seine Kraft.
Die mächtigen Dünen von Corralejo im Norden der Insel ziehen viele Touristen an.
Die weitläufige Dünenlandschaft besteht übrigens nicht aus importiertem Saharasand, wie oft behauptet wird, sondern hauptsächlich aus zermahlenen Muscheln und Korallen, die über Jahrtausende vom Meer angespült wurden. Ein Spaziergang durch dieses Naturwunder fühlt sich wie ein Ausflug in die Sahara an!
Im Landesinneren zeigt sich eine andere Seite der Insel: sanfte, erdigfarbige Hügel, die von erloschenen Vulkanen aus früher geologischer Zeit erzählen. Auf Fuerteventura gibt es schon seit einigen tausend Jahren keine Vulkanausbrüche mehr.
Wie auch auf Teneriffa wurde die erste Hauptstadt im Landesinneren gegründet, und zwar von einem normannischen Adligen. Ihn zog es um 1400 soweit nach Süden wegen der Ausbeute seltener Flechten, woraus sich ein wertvoller purpurroter Farbstoff herstellen ließ.
Das brachte dem kühnen Normannen Wohlstand!
Heute präsentiert sich die frühere Hauptstadt Betancuria als ein frisch herausgeputztes Oasendorf mit weiß gekalkten Häuschen und einer Kirche, die wegen ihrer kunstfertigen Holzdecke im maurischen Stil sehr sehenswert ist. Man fühlt sich nach Andalusien im Süden Spaniens versetzt.
Ein weiteres Zeugnis der Vergangenheit sind die zahlreichen Windmühlen, die von der einst landwirtschaftlich geprägten Lebensweise der spanischen Inselbewohner zeugen.
Und nicht vergessen soll der köstliche Ziegenkäse Fuerteventuras sein!
Neben Aloe Vera haben die Ziegen immer noch eine wirtschaftliche Bedeutung, schließlich hieß die kleine Hafenstadt über lange Zeit Ziegenhafen.
Heute präsentiert man sich etwas vornehmer als Rosenhafen, Puerto del Rosario.
Ich bin noch auf der Suche nach den Rosen!?
Lanzarote
Nirgends in Europa prallen die vier Elemente „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ so dramatisch und aufregender aufeinander wie auf Lanzarote!
Eine menschenfeindliche Mondlandschaft, die wie angekokelt wirkt, erwartet uns im Timanfaya-Nationalpark, einem riesigen Lavagebiet.
Sechs lange Jahre ergossen sich vor 300 Jahren aus unzähligen Schloten glühende Lavamassen.
Führungen zeigen geothermische Spielereien: Wasser, das in Sekunden zu einer dampfenden Fontäne wird oder sich trockenes Gestrüpp wie von Zauberhand plötzlich entzündet.
Nicht alles, was Lanzarote aus Lava geformt hat, liegt an der Oberfläche. Im Nordosten der Insel verzweigt sich in der Tiefe ein weites Lavaröhrenlabyrinth von Gängen und Höhlen, die Cueva de los Verdes.
Durch eine geschickte Beleuchtungsdramaturgie und sphärischen Klängen wird dieses Naturwunder bühnenreif inszeniert.
Lanzarote als Insel der Extreme beweist, dass selbst auf schwarzem Lavaboden und geringstem Niederschlag Wein wachsen kann.
Die Reben verkriechen sich in Mulden, die von kleinen Mauern umgeben sind – eine clevere Methode, die die Pflanzen vor Wind schützt und ihnen Tauwasser zuführt.
Es gibt kaum eine Ecke auf Lanzarote, die nicht von einem Namen geprägt ist: César Manrique, dem berühmten Künstler Lanzarotes, der seiner Insel einen unverwechselbaren Charakter verliehen hat, indem er Kunst und Natur miteinander verschmelzen ließ und dafür sorgte, dass Lanzarote von überdimensionierten Bettenburgen verschont geblieben ist!
Las Palmas de Gran Canaria
Das touristische Motto für Las Palmas de Gran Canaria könnte lauten:
„In der pulsierenden zweiten Hauptstadt der Kanarischen Inseln trifft koloniales Erbe auf moderne Urbanität.
Im historischen Viertel von Las Palmas mit Kopfsteinpflasterstraßen, pastellfarbenen Häusern und ihren kunstvoll verzierten Holzbalkonen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.“
Hier legten die Spanier um 1500 den Grundstein für ihre erste geplante Kolonialstadt auf den eroberten Kanarischen Inseln. Die schachbrettartige Stadt ist auf einen zentralen Viereckplatz orientiert, der früher der spanischen Elite vorbehalten war.
Alle Stadtpaläste -liebevoll restauriert- waren ihrerseits wieder auf die große Kathedrale Santa Ana gerichtet, deren Baubeginn gleich nach der Eroberung der Kanaren begann.
Mehrere Jahrhunderte ruhten die Bauarbeiten; erst im 19.Jahrhundert wurde die Kathedrale von Las Palmas fertiggestellt.
Sehenswert ist ein restauriertes Stadtpalais aus der derselben Zeit, die Casa de Colon. Ob Kolumbus hier genächtigt hat, ist nicht ausschlaggebend. Das Gebäude selbst mit seinen maurischen Einflüssen und kolonialherrlichen Machtsymbolen ist für mich wie ein offenes Geschichtsbuch.




































