Ab: Palma de Mallorca – Valencia – Cartagena – Seetag – Lissabon (overnight) – Seetag – Teneriffa – Fuerteventura – Lanzarote – An: Gran Canaria
Auf dieser Transreise von Palma de Mallorca im Mittelmeer nach Las Palmas de Gran Canaria im Atlantischen steuern wir zum Auftakt die alte Seidenstadt Valencia an.
Dieser architektonische Edelstein an der spanischen Mittelmeerküste liegt inmitten einer mehr als zweitausend Jahren künstlich bewässerten grünen Gartenlandschaft, die Huerta von Valencia.
Als das Königreich Valencia und vor allem seine Bürger durch das Seidenmonopol zu Wohlstand kamen, sollte dieser auch gezeigt werden: Kathedrale, Seidenbörse und Stadttore stellten die neue Bedeutsamkeit für alle sichtbar zur Schau.
Die prachtvolle Seidenbörse mit Orangenhof aus dem 15.Jahrhundert erinnert eher an einen Palast als ein Gildenhaus. Das sollte unbedingt besichtigt werden!
Das Sahnehäubchen einer Stadterkundung wird sicherlich der kulinarische Genuss spanischer Leckereien in der jugendstilverspielten Markthalle direkt hinter der Seidenbörse sein.
An jedem Donnerstag um 12.00 Uhr tagt vor der Kathedrale das tausend Jahre alte Wassergericht, denn die Bauern in der Huerta lagen wegen der Wasserverteilung immer im Streit. Heute ist das wöchentliche Wassergericht nur noch eine folkloristische Tradition, die jede Woche viele Touristen anzieht.
Wegen der immer wiederkehrenden Überflutungen des Turia und den Zerstörungen wurde der Fluss im 20.Jahrhundert umgeleitet. Aus dem alten Flussbett wurde ein langes Parkband mit überquellendem Grün, einem Wasserlauf, Sport- und Spielplätzen.
Um die Jahrtausendwende schoss sich Valencia mit sensationellen Bauten in die Zukunft. Hier gelang ein spektakulärer Kontrast zwischen Vergangenheit und Moderne!
Cartagena
Cartagena, wurde bereits von den nordafrikanischen Karthagern an einer von mächtigen Bergen umschlossenen Bucht als „Neu-Karthago“ gegründet.
Dieser strategisch überaus günstige Ort wurde mit immer weiteren Festungsbauten geschützt, so dass sich hier bis heute der wichtigste Marinestützpunkt Spaniens befindet.
Die größte Sehenswürdigkeit ist das römische Theater. Die alten Steine haben hier wilde Verfolgungsjagden, obszöne Streitigkeiten auf der Bühne und Publikumszänkereien auf den Rängen erlebt. Davon werde ich berichten!
Lissabon
Nach der Passage durch die Straße von Gibraltar werden wir den Atlantischen Ozean erreicht haben und steuern dann die portugiesische Hauptstadt Lissabon an, wo wir sogar über Nacht bleiben.
Von der Tejomündung bis zum historischen Kern Lissabons werde ich auf Sehens- und Erklärenswertes hinweisen und das Ganze mit amüsanten Geschichten garnieren.
Die Kreuzfahrtschiffe liegen in der Regel direkt unterhalb der mächtigen Maurenburg mit der romantischen sackgassenverwinkelten Altstadt Alfama. Und nur hier gehen die schmerzerfüllten Sehnsuchtsklänge des portugiesischen Fados richtig unter die Haut und berühren das Herz.
Die Stadtlandschaft Lissabons verteilt sich heute auf mehr als sieben Hügeln und ist deshalb von unzähligen Treppen, verspielten Jugendstil-Fahrstühlen und quietschenden Straßenbahnveteranen gekennzeichnet. Es wird also sportlich!
Die Entdeckung des Seeweges nach Afrika und Asien katapultierte Portugal um 1500 zur reichsten Gewürznation der damals bekannten Welt. Und das sollten die Mächtigen Europas wissen, denn Reichtum bedeutete Macht und Ansehen. Herausragende Bauwerke sollten das zum Ausdruck bringen.
Das Hieronymuskloster von Belem ist so ein „erzählendes“ Bauwerk.
Diese gigantische Klosteranlage ist wirklich einmalig, denn hier haben Kunsthandwerker und Steinmetze die Berichte der Seefahrer von der arabischen und indischen Welt vorstellbar in Stein gehauen: exotische Früchte, Blätter und Tiere, aber auch Muscheln, Seilknoten und Anker finden sich an Säulen, in Kapellen und im Kreuzgang.
Das sollte man unbedingt gesehen haben!
Das Erlebnis Lissabon wird abgerundet durch die verführerischen kleinen Puddingtörtchen, die pastéis de nata. Und was diese kleinen Verführungen mit der Geldnot der portugiesischen Krone im 19.Jahrhundert zu tun haben, erfahren Sie neben den vielen Stadtgeheimnissen in meinem Vortrag „Lissabon – urbane Harmonie mit Fadoklang“!
Teneriffa
Im zweiten Teil unserer Reise ist der Kompass auf die Kanarischen Inseln gerichtet.
Das erste Ziel ist Teneriffa, die Insel der Vielfalt, hier findet man praktisch alle Klimazonen der Erde, nur eben auf überschaubarem Raum.
Im Süden der Insel herrscht trockene Hitze, Kakteen und Halbwüste prägen die Landschaft.
Der Norden hingegen zeichnet sich durch nebligfeuchte Lorbeerwälder und saftiggrüne Terrassenhänge aus. Hier könnten Wolljacke und Regenschirm sinnvoll sein.
Und dann wäre da noch das „Alpenpanorama“ rings um den alten Vulkan Teide, mit seinen 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens.
Im Gebirge wächst die Kanarische Kiefer, mit ihren überlangen Nadeln durchkämmt sie die Nebenschwaden, so dass die kondensierte Luft als stetige Tropfenbewässerung das Grundwasser auffüllt.
Im 15.Jahrhundert kamen die Europäer mit scharfen Schwertern, glänzenden Rüstungen und der unbändigen Lust, neues Land zu erobern, auf die Kanarischen Inseln.
Die Ureinwohner wurden besiegt, versklavt oder mit eingeschleppten Krankheiten hinweggefegt.
Mit Zuckerrohr- und Weinanbau wurden die spanischen Konquistadoren reich und weckten somit Begehrlichkeiten, so dass sie wegen der ständigen Piratenüberfälle zahlreiche Festungsbauten errichten ließen.
Die erste planmäßig angelegte spanische Kolonialstadt wurde im Hinterland von Santa Cruz de Tenerife angelegt: La Laguna.
Fuerteventura
Der Wind, der die Insel ständig begleitet, scheint die Fäden in der Hand zu halten: Er formt die Dünen, treibt die Surfer über die Wellen und hinterlässt selbst im Gestein seine Kraft.
Die mächtigen Dünen von Corralejo im Norden der Insel ziehen viele Touristen an.
Die weitläufige Dünenlandschaft besteht übrigens nicht aus importiertem Saharasand, wie oft behauptet wird, sondern hauptsächlich aus zermahlenen Muscheln und Korallen, die über Jahrtausende vom Meer angespült wurden. Ein Spaziergang durch dieses Naturwunder fühlt sich wie ein Ausflug in die Sahara an!
Im Landesinneren zeigt sich eine andere Seite der Insel: sanfte, erdigfarbige Hügel, die von erloschenen Vulkanen aus früher geologischer Zeit erzählen. Auf Fuerteventura, der ältesten Insel der Kanaren, gibt es schon seit einigen tausend Jahren keine Vulkanausbrüche mehr.
Wie auch auf Teneriffa wurde die erste Hauptstadt im Landesinneren gegründet, und zwar von einem normannischen Adligen. Ihn zog es um 1400 soweit nach Süden wegen der Ausbeute seltener Flechten, woraus sich ein wertvoller purpurroter Farbstoff herstellen ließ.
Das brachte dem kühnen Normannen Wohlstand!
Heute präsentiert sich die frühere Hauptstadt Betancuria als ein frisch herausgeputztes Oasendorf mit weiß gekalkten Häuschen und einer Kirche, die wegen ihrer kunstfertigen Holzdecke im maurischen Stil sehr sehenswert ist.
Man fühlt sich hier nach Andalusien im Süden Spaniens versetzt.
Ein weiteres Zeugnis der Vergangenheit sind die zahlreichen Windmühlen, die von der einst landwirtschaftlich geprägten Lebensweise der spanischen Inselbewohner zeugen.
Und nicht vergessen soll der köstliche Ziegenkäse Fuerteventuras sein!
Neben Aloe Vera haben die Ziegen immer noch eine wirtschaftliche Bedeutung, schließlich hieß die kleine Hafenstadt über lange Zeit Ziegenhafen.
Heute präsentiert man sich etwas vornehmer als Rosenhafen, Puerto del Rosario.
Ich bin noch auf der Suche nach den Rosen!?
Lanzarote
Nirgends in Europa prallen die vier Elemente „Feuer, Wasser, Erde, Luft“ so dramatisch und aufregender aufeinander wie auf Lanzarote!
Eine menschenfeindliche Mondlandschaft, die wie angekokelt wirkt, erwartet uns im Timanfaya-Nationalpark, einem riesigen Lavagebiet.
Sechs lange Jahre ergossen sich vor 300 Jahren aus unzähligen Schloten glühende Lavamassen.
Führungen zeigen geothermische Spielereien: Wasser, das in Sekunden zu einer dampfenden Fontäne wird oder sich trockenes Gestrüpp wie von Zauberhand plötzlich entzündet.
Nicht alles, was Lanzarote aus Lava geformt hat, liegt an der Oberfläche. Im Nordosten der Insel verzweigt sich in der Tiefe ein weites Lavaröhrenlabyrinth von Gängen und Höhlen, die Cueva de los Verdes.
Durch eine geschickte Beleuchtungsdramaturgie und sphärischen Klängen wird dieses Naturwunder bühnenreif inszeniert.
Lanzarote als Insel der Extreme beweist, dass selbst auf schwarzem Lavaboden und geringstem Niederschlag Wein wachsen kann.
Die Reben verkriechen sich in Mulden, die von kleinen Mauern umgeben sind – eine geschickte Methode, die die Pflanzen vor Wind schützt und ihnen Tauwasser zuführt.
Es gibt kaum eine Ecke auf Lanzarote, die nicht von einem Namen geprägt ist: César Manrique, dem berühmten Künstler Lanzarotes, der seiner Insel einen unverwechselbaren Charakter verliehen hat, indem er Kunst und Natur miteinander verschmelzen ließ und dafür sorgte, dass Lanzarote von überdimensionierten Bettenburgen verschont geblieben ist!








































