Ab: Warnemünde
– Stockholm (overnight) – Gotland/Visby – Danzig – Kopenhagen –
An: Warnemünde
„Ich freue mich, wieder einmal auf Ostseewellen unterwegs zu sein.“
Die Einfahrt durch den Schärengarten vor Stockholm ist für alle ein erstes großes Erlebnis. In der Regel moderiere ich auf den Außendecks das sanfte Gleiten durch die unzähligen von den Eismassen der letzten Eiszeit rundgeschliffenen kleinen Steinbuckel.
Je weiter wir uns Stockholm nähern, steigt die Landschaft allgemein an und so werden die Schären auch immer größer und kompakter mit Bäumen und Sträuchern.
Stockholm
Auf den großen inselgleichen Schären haben seit dem 19.Jahrhundert die vermögenderen Stockholmer ihre ersten Wochenendrefugien erbauen lassen.
Wir kommen übrigens auch an dem Sommerhaus der berühmten Kinderbuchautorin Astrid Lindgren vorbei. Darauf werde ich bei der Einfahrt natürlich hinweisen.
Stockholm, vor mehr als 700 Jahren an der strategisch bedeutsamen Lage zwischen Ostsee und dem weit ins Binnenland reichenden Mälarsee gegründet, war zeitweise Hansemitglied und wurde im 17. Jahrhundert zur ständigen Residenz der Könige Schwedens. Die Prachtbauten aus den goldenen Jahrhunderten der schwedischen Krone lassen sich heute noch bewundern.
Der heutige Stadtraum verteilt sich, ausgehend von der mittelalterlichen Altstadt, auf 14 Schären.
Mein ultimativer Höhepunkt Stockholms ist sicherlich das Vasamuseum auf Djurgarden. Am 10.August 1628 sank noch im Hafen das seiner Zeit größte Schiff der schwedischen Monarchie mit Mann und Maus. Das Schiff mit allem, was an Bord war, wurde vor ca. 70 Jahren gehoben. Im eigens dafür errichteten Museum „erlebt“ man Geschichte, weil man hier auf verschiedenen Höhen sich das gesamte Schiff anschauen. Das Leben der Seeleute auf einem Schiff des 17.Jahrhunderts wird hier durch Nachbauten und Inszenierungen mit Alltagsgegenständigen und Werkzeugen.
Den Abschluss bildet das szenige Treiben rund um den Mosebacke Torg, verbunden mit einem fantastischen Blick auf die von der Abendsonne beleuchtete Schokoladenseite Stockholms.
Gotland
Die Sand- und Kalksteininsel Gotland stieg nach der Eiszeit förmlich aus dem Meer empor und fasziniert heute durch seine artenreiche Naturlandschaft und fast 100 gut erhaltenen Landkirchen aus dem Mittelalter.
Bereits vor und während der Wikingerzeit war Visby ein bedeutender Handelsort, der später als Hansestadt im Konkurrenzkampf mit Lübeck – der anderen Königin der Hanse – den Kürzeren zog.
Die trutzigen Stadtmauern bewahren bis heute ein buntes Gewirr von Gassen und Plätzen mit ehemals stolzen Hansehäusern, verwunschenen Klostermauern, romantischen Ruinen und dem alles überragenden Dom.
Danzig
Das sicherlich bekannteste Postkartenmotiv von Danzig ist die Silhouette der Patrizierhäuser an der Mottlau mit dem bekannten Krantor, das im 15.Jahrhundert der größte Hafenkran der damaligen Welt.
Mit dem Export von Bier und Getreide wurden die Danziger Kaufleute reich.
1945 wurde die altehrwürdige Hansestadt Danzig fast vollständig zerstört.
In den Jahrzehnten nach dem Krieg wurden viele Patrizierhäuser wieder rekonstruiert und können uns heute vom vergangenen Leben „erzählen“.
Eine Autostunde von Danzig entfernt begeistert mich immer wieder die riesige, backsteinrote Burganlage der Marienburg, zentraler Herrschaftssitz des Deutschen Ritterordens. Dieser wurde von pommerschen Adligen ins Land geholt, um die heidnischen Pruzzen oder Preußen zwangsweise zu missionieren und dafür Land als Lohn übereignet bekamen, den Ordensstaat Preußen.
Ein riesiges, genial durchdachtes Burgsystem mit Werkstätten für die Handwerker, Küchentrakten, Speichergebäuden und Schlossbauten für die adligen Ordensritter.
Über allem thront im Zentrum der Anlage der prachtvolle Palast des Großmeisters, dem Oberhaupt des Ordensstaates.
Die Innenbesichtigung offenbart uns eine luxuriöse und technisch raffinierte Hightech-Ausstattung des hohen Mittelalters.
Unbedingt sehenswert!
Kopenhagen
Sollten wir den Liegeplatz direkt an der Stadt haben, werden wir als erstes die kleine Meerjungfrau am Ufer sehen.
Sie stellt ein rührendes Moment des Verlassenseins dar. Hans Christian Andersen hat 1837 das Märchen von der kleinen Meerjungfrau verfasst, eine traurige Liebesgeschichte von der Sehnsucht nach dem Unerreichbaren.
Trotz der vielen Touristen um einem herum, zieht mich die 125 cm kleine Skulptur für Momente in ihren Bann und meine Gedanken kreisen um meine eigenen Hoffnungen und Wünsche, die unerfüllt geblieben sind.
Nach dem Innehalten bewegen wir uns in Richtung Stadtkern: überall begegnet uns die Lebensfreude der vielen Fahrradfahrer, der geräuschlosen E-Autos und der entspannten Stadtbevölkerung.
Modisches dänisches Design in Architektur, Mode und Straßenbild haben die Stadt aus der gemütlichen in eine weltoffene und futuristische Sphäre geschossen.
Diese Stadt ist verwoben mit grünen Gärten und Parks und dekorativ platzierten Schloss- und Staatsbauten, die in Kontrast zu modernen Baukonzepten als neue Wahrzeichen der Stadt stehen.
das von Alt-Hippies, Aussteigern und anderen bunten Vögeln bevölkert ist. Gäste, die sich dort umschauen und Kunsthandwerk erwerben oder einfach nur einen Kaffee oder auch einen Cocktail in diesem Hafen des Friedens und der Harmonie genießen wollen, sind gerne willkommen. Also vor der Rückkehr zum Schiff noch einen Abstecher nach Christiania.



































