Palma de Mallorca – Seetag – Cagliari/Sardinien –
Palermo/Sizilien – Valletta/Malta – Seetag – Katakolon –
Piräus/Athen – Mykonos – Marmaris – Antalya
Sardinien
Unser erstes Reiseziel ist die zu Italien gehörende Insel Sardinien, die mit ihrer verkarsteten Bergwelt und den karibikatmenden Stränden schon vor fast viertausend Jahren von rivalisierenden Clans beherrscht worden ist, deren seltsam anmutende Stein- und Turmbauten (Nugharen) von dieser archaischen Zeit zeugen.
Das kantigherbe, bäuerische Sardinien war stets ein Spielball der Mächtigen Europas, die ihre steinbewehrten Zeugnisse hinterlassen haben. Wegen seiner Gold-, Silber- und Eisenvorkommen hatten bereits die Römer Sardinien im Blick.
Im Mittelalter schließlich erkämpfte sich die reiche Handelsmacht Pisa und später der große Konkurrent Genua die jahrhundertelange Herrschaft über die Insel. Von dieser Zeit zeugen noch die zahlreichen Genuesentürme an der Küste.
Die Oberstadt von Cagliari scheint eine einzige raumeinnehmende Festungsanlage zu sein. Die Fassade der Kathedrale erinnert nicht nur zufällig an die des Domes von Pisa. Dazu werde ich Ihnen in meinem Vortrag einige Geschichten erzählen.
In der Altstadt, Marina genannt, können Sie unter der Kirche Santa Eulalia den Römern aufs Dach steigen: römische Straßen und Hausmauern haben hier 2000 Jahre überdauert – und wir können das heute noch sehen!
Palermo
Stärker noch als Malta stand die größere und vielfältigere Insel Sizilien bereits vor 3000 Jahren im Focus der Phönizier, es folgten Griechen, Römer, Araber, Byzantiner, Normannen und seit dem Hochmittelalter Franzosen, Spanier.
Jede der fremden Kriegerkasten hat ihre meist steinernen Spuren hinterlassen. So befinden sich auf der Sizilien die besterhaltenen Tempel der griechischen Antike.
In Palermo spiegeln sich neben Zeugnissen jedes Jahrhunderts, vor allem die arabische und normannische Zeiten wider.
Ein erster Bummel durch das altstädtische Gewirr von Gassen, Düften und Geräuschen lässt Erinnerungen an orientalische Bazare der Araberzeit wach werden.
Beeindruckend sind die machtvollen Paläste und geheimnisvollen Kirchen und Klöster aus der Normannen-Zeit, deren Mauern uns von damaligen Ängsten und Hoffnungen, aber auch von Intrigen, Machtgier und Grausamkeit „erzählen“.
Die größte Sehenswürdigkeit ist sicherlich der große Normannenpalast, der auf den Ruinen einer älteren arabischen Burg in der Zeit um 1100 errichtet worden ist.
In den 1140er Jahren wurde das Glanzstück, die Cappella Palatina, dem Palast hinzugefügt. Die bunten und goldglänzenden Mosaiken, von arabischen und byzantinischen Kunsthandwerkern geschaffen, geben dem gesamten Innenraum eine mystisch-unwirkliche Atmosphäre.
Der Königsthron in der Apsis vor dem gigantischen vergoldeten Christusmosaik sollte den Menschen immer wieder vor Augenführen, dass hier nicht nur das Himmlische angebetet werden soll, sondern auch die Person des Gekrönten als Gottes Stellvertreter auf Erden.
Malta
Mit dem Caprisonnenuntergangsblick geht es weiter in Richtung nordafrikanischer Küste zur ritterstarken Festungsinsel Malta.
Die ehemals grünbewaldete Kalksteininsel war als Trittstein zwischen Afrika und Europa seit alters her heiß umkämpft bis schließlich die geheimnisumwobenen Kreuzritter vom Johanniterorden der Insel ihren Stempel aufdrückten.
Und dafür steht die Festungsstadt Valletta, wie aus einem Guss im 16.Jahrhundert entstanden. Auf den ersten Blick wird man bei der Stadtsilhouette an eine kalksteinweiße Filmkulisse denken.
Europas kleinste Hauptstadt ist ein modern belebtes Freilichtmuseum alter Kreuzritterherrlichkeit mit prachtvollen Ordenspalästen, eindrucksvollen Bastionsmauern und einer dramatisch explodierenden Kirchentheatralik.
Seien Sie gespannt auf alles Unerwartete und Staunenswerte, denn Mauern können erzählen!
Griechenland
Von Malta geht es nun in den östlichen Teil des Mittelmeeres in Richtung Griechenland.
Sowohl das griechische Festland als auch die einzigartige Inselwelt des Ägäischen Meeres stellt ein besonderes Naturerlebnis dar.
Drei Viertel der Landfläche Griechenlands ist gebirgig und deshalb bieten die vielen Küstensäume mit ihren felsenreichen Zerklüftungen dem Auge jede Menge unvergesslicher Momente.
Die spektakulären Gebirgslandschaften des griechischen Festlandes bildeten seit der Sesshaftwerdung der Menschen die natürlichen Grenzen zwischen den verschiedenen Siedlungen inmitten karger Ackerflächen.
So entstanden die vielen griechischen Stadtstaaten, die sich ständig bekämpften und wieder vertrugen.
Aber trotz des Streites – so wie es Homer vor fast dreitausend Jahren in seiner Geschichte über den trojanischen Krieg lebhaft geschildert hat – verband alle Griechen etwas Grundsätzliches, nämlich die Gemeinsamkeiten von Sprache, Heldenerzählungen und Götterverehrung.
Außerdem setzten sie dem blutigen Wettkampf auf dem Kriegsfeld den friedlichen auf dem Sportplatz entgegen. Die Idee der Olympischen Spiele zu Ehren des Göttervaters Zeus war geboren!
So wie Zeus mit dem Ort Olympia verbunden war, beschützte seine Tochter Athene – Göttin der Weisheit und der klugen Kriegskunst – die Stadt Athen, wo sie auf der Akropolis verehrt wurde.
Athens ruhmreiche Epoche beschränkt sich eigentlich nur auf eine kurze Zeit zwischen 500 und 300 vor Christus.
Bereits seit dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert haben privilegierte Römer die bekannten Heiligtümer bewundert und ungehindert die ersten Kunstschätze ins römische Italien abtransportieren lassen. Die Ideen des griechischen Theaters, der griechischen Götter und Philosophen wurden mit Begeisterung aufgenommen, auch bauten die Römer im griechischen Geist.
Viele Jahrhunderte lagen die antiken Stätten in einem kulturhistorischen Dornröschenschlaf, wobei Erdbeben, Kriege und natürliche Verwitterung ihren Anteil am Zerstörungsprozess hatten.
Erst im 19.Jahrhundert verbreitete sich in Europa eine romantische Rückbesinnung auf die griechische Antike. Die Begeisterung der Freunde der Hellenen kannte keine Grenzen und so wanderten zum wiederholten Male viele Zeugnisse des antiken Griechenlands in Schlösser, Villen und Museen der europäischen Hauptstädte.
In Griechenland selbst blieb nur noch das zersplitterte Gerippe der ersten europäischen Hochkultur.
Seitdem suchen die Kulturreisenden in Griechenland nach dem Geist der griechischen Antike.
In meinem Athen-Vortrag werde ich Ihnen Hintergründiges, Unbekanntes und Kurioses über die klugen Erkenntnisse der frühen Philosophen, die seelentiefen Offenbarungen der klassischen Tragödien und die identitätsstiftenden Heldensagen vermitteln, um Ihnen beim Bestaunen der Steine das Erkennen und Verstehen zu erleichtern.
Die Athener Akropolis ist nicht nur Symbol des griechischen Staates, sondern auch als Weltkulturerbe Denkmal der demokratisch verfassten Zivilisation.
Seit der Staatsgründung Griechenlands im 19.Jahrhundert wurden die zerbröselten Fragmente restauriert und ausgegrabene Schätze in den neu geschaffenen Museen wirkungsvoll präsentiert.
Die Akropolis, der mächtige Burgberg, thront hoch über der Stadt und gibt ihr Form und Struktur.
Millionen von Besuchern betreten den heiligen Tafelberg durch die Propyläen, einer großzügig gestalteten Toranlage mit Säulen und kleinen Tempelchen.
Das Brandenburger Tor in Berlin wurde Ende des 18.Jhs. diesem Prachttor nachempfunden.
Sowohl die Propyläen als auch der große Athena-Tempel, Parthenon genannt, spiegeln die philosophischen Ideen von Maß, Stärke und Menschlichkeit wider.
Denken Sie daran: „Steine können erzählen“!





























